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Wetter

Arktis und Antarktis

Das Wetter der Polargebiete zeichnet sich zunächst durch große Kälte aus. Das liegt daran, daß die Sonnenstrahlen in einem sehr flachen Winkel auf die Erdoberfläche auftreffen.
Der Boden wird also nie richtig erwärmt. Jahreszeiten, so wie
wir sie kennen, gibt es weder in der Arktis noch der Antarktis. Zusätzlich reflektieren die Eismassen die Sonnenstrahlen und sorgen dafür, daß sich die Erde nicht aufheizt. Typisch hierfür sind die Permafrostböden der Arktis.

Arktis und Antarktis sorgen also für eine ständige Abkühlung von Luft und Wasser und beeinflussen so das Wetter auf der ganzen Erde. Eine natürliche oder auch durch den Menschen ausgelöste Änderung des Klimas der Polargebiete hätte sicher Auswirkungen auf das gesamte Weltklima. So würde z.B. ein Abschmelzen der Polkappen durch eine Erwärmung des Klimas zu einem dramatischen Anstieg des Meeresspiegels führen. Die Polarregionen spielen also bei den Themen Erderwärmung und Klimawandel durch Treibhausgase eine entscheidende Rolle.

Antarktis-Wetter

Die Antarktis war einst ein Land mit üppig grünen, dichten Urwäldern. Das Klima war mild und in manchen Jahren sogar heiß. Dann ging dieser Kontinent aufgrund der Kontinentaldrift auf Reisen. Gemächlich wanderte die Antarktis 200 Millionen Jahre lang dahin, wo sie bis heute liegt – im äußersten Süden unserer Erde. Seitdem hält die Antarktis ewigen Winterschlaf, fest umschlossen von einem dicken Meereisgürtel. Nur ein kleiner Teil der antarktischen Welt wird im Frühjahr von der Sonne wach geküsst. Hierzu gehören die weiter im Norden liegenden Küstenregionen der Antarktischen Halbinsel.

Das Wetter in der Antarktis wird zunächst von drei wichtigen Faktoren bestimmt: dem Südpolarmeer, den Veränderungen der Meereisdecke, und der den Kontinent bedeckenden Eisschicht. Grundsätzlich hat die Antarktis ein sehr kaltes, trockenes und windiges Klima. Während der Wintermonate toben orkanartige Stürme. Die Sonne scheint nur wenige Monate im Jahr, durch die Reflektion der weißen Schnee-
und Eisdecke kommt es aber nicht zum Auftauvorgang.
Die Niederschläge fallen generell als Schnee und sind
infolge der hohen Lufttrockenheit sehr gering.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem
Inneren des Kontinents und den Küsten, und zwischen
dem kurzen Sommer und langen Winter, in dem die
Sonne sich nicht am Horizont zeigt. An den Küsten
liegen die Temperaturen grundsätzlich höher, und
die Antarktische Halbinsel weist das ganze Jahr über
die relativ höchsten Temperaturen auf.

Antarktis-Reisen sind so gut wie immer Sommerreisen – also wenn bei uns in Europa Winter ist. Die Temperaturen liegen dann im Küstenbereich normalerweise zwischen -5 und +5 Grad. Die Luft bleibt frisch, da Eis und Schnee die Strahlen sofort reflektieren. Die Tage werden aber bis zu 24 Stunden lang und die Luft ist sehr klar. Bei gutem Wetter fühlen sich
die Sonnenstrahlen auf der Haut fast frühlingshaft warm an.
Mit einer Ausnahme: Wenn Fallwinde vom Kontinent kommen, direkt aus der Mitte der Eiswüste. Die Temperatur wird dann wesentlich niedriger, und die Sicht ist durch aufwirbelnden Schnee stark reduziert. An solchen Tagen erkennt man,
daß die Antarktis der windigste Kontinent der Erde ist.

Echte Stürme sind zwar im Sommer eher selten, doch Wind und Wetter bleiben wie überall in den Polarregionen launisch, und rasche Wetterwechsel sind die Regel. Auch das Eis kann mächtiger sein als modernste Technik. Falls der Winter einmal härter war, der Frühling viel später beginnt oder der Herbst
früher – dann ist nicht jede Landung in der Antarktis möglich.

Arktis-Wetter

Polarnacht und arktischer Sommer sind die beiden Extreme, zwischen denen sich das klimatische Geschehen in der Arktis abspielt. Während des Winters strömen sehr kalte, sibirische Festlandsluftmassen mit Temperaturen von unter -50°C in die zentrale Arktis ein. Im Sommer erwärmt sich die Luft in der zentralen Arktis auch bei 24-stündiger Sonneneinstrahlung nur wenig über den Gefrierpunkt, während in den Schelf- und Tundrengebieten auch Temperaturen von über 20°C erreicht werden können. Arktis-Reisen finden in aller Regel in unserem europäischen Sommer statt, wenn das Wetter am besten ist.

In der Arktis und Antarktis gehören zudem häufig auftretende Nebelbänke zum Repertoire der Natur. Ganz besonders in der Antarktischen Konvergenz. Dies ist eine etwa 100 Kilometer breite Zone, in der das kältere antarktische Wasser unter das wärmere subantarktische Wasser sinkt. Wie eine Grenze am Horizont erscheint dann eine dicke Nebelwand, die langsam näher kommt. Man spürt die Luftveränderung, hört nur noch die Rufe der begleitenden Seevögel und fährt immer weiter hinein in eine gespenstisch-graue Nebelwelt. Auf einem Kurs Richtung Süden löst sich dann der Nebel plötzlich auf – und
die ersten Sendboten des eisigen Kontinents zeigen sich:
Eisberge in allen Formen und Größen.

Möchten Sie noch mehr über das Wetter in den Polarregionen erfahren? Hier finden Sie Klimadaten und aktuelle Messwerte für verschiedene Forschungsstationen der Antarktis, Eiskarten der Uni Bremen, und weitere Wetter-Daten der Polargebiete.


 


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