Wie ist das Wetter in der Antarktis und der Arktis?

© Ste­pha­ni Drü­cker

Das Wet­ter der Polar­re­gio­nen zeich­net sich zunächst durch gro­ße Käl­te aus. Das liegt dar­an, dass die Son­nen­strah­len in einem sehr fla­chen Win­kel auf die Erd­ober­flä­che auf­tref­fen. Der Boden wird also nie rich­tig erwärmt. Jah­res­zei­ten, so wie wir sie ken­nen, gibt es weder in der Ark­tis noch in der Ant­ark­tis. Zusätz­lich reflek­tie­ren die Eis­mas­sen die Son­nen­strah­len und sor­gen dafür, dass sich die Erde nicht auf­heizt. Typisch hier­für sind die Per­ma­frost­bö­den der Ark­tis.

Ark­tis und Ant­ark­tis sor­gen für eine stän­di­ge Abküh­lung von Luft und Was­ser und beein­flus­sen so das Wet­ter auf der gan­zen Erde. Eine natür­li­che oder auch durch den Men­schen aus­ge­lös­te Ände­rung des Kli­mas der Polar­ge­bie­te hät­te sicher Aus­wir­kun­gen auf das gesam­te Welt­kli­ma. So wür­de z. B. ein Abschmel­zen der Pol­kap­pen durch eine Erwär­mung des Kli­mas zu einem dra­ma­ti­schen Anstieg des Mee­res­spie­gels füh­ren. Die pola­ren Regio­nen spie­len also bei den The­men Erd­er­wär­mung und Kli­ma­wan­del durch Treib­haus­ga­se eine ent­schei­den­de Rol­le.

Antarktis-Wetter

Die Ant­ark­tis war einst ein Land mit üppig grü­nen, dich­ten Urwäl­dern. Das Kli­ma war mild und in man­chen Jah­ren sogar heiß. Dann ging die­ser Kon­ti­nent auf­grund der Kon­ti­nen­tal­drift selbst auf Rei­sen. Gemäch­lich wan­der­te die Ant­ark­tis 200 Mil­lio­nen Jah­re lang dahin, wo sie bis heu­te liegt – im äußers­ten Süden unse­rer Erde. Seit­dem hält die Ant­ark­tis ewi­gen Win­ter­schlaf, fest umschlos­sen von einem dicken Meer­eis­gür­tel. Nur ein klei­ner Teil der ant­ark­ti­schen Welt wird im Früh­jahr von der Son­ne wach geküsst. Hier­zu gehö­ren die wei­ter im Nor­den lie­gen­den Küs­ten­re­gio­nen der Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel.

Wetterbestimmende Faktoren

Das Wet­ter in der Ant­ark­tis wird zunächst von drei wich­ti­gen Fak­to­ren bestimmt: dem Süd­po­lar­meer, den Ver­än­de­run­gen der Meer­eis­de­cke und der Eis­schicht, die den Kon­ti­nent bedeckt. Grund­sätz­lich hat die Ant­ark­tis ein extrem kal­tes, tro­cke­nes und win­di­ges Kli­ma. Wäh­rend der Win­ter­mo­na­te toben orkan­ar­ti­ge Stür­me. Die Son­ne scheint nur weni­ge Mona­te im Jahr, durch die Reflek­ti­on der wei­ßen Schnee- und Eis­de­cke kommt es aber nicht zum Auf­tau­vor­gang. Die Nie­der­schlä­ge fal­len gene­rell als Schnee und sind infol­ge der hohen Luft­tro­cken­heit sehr gering.

Aller­dings gibt es deut­li­che Unter­schie­de zwi­schen dem Inne­ren des Kon­ti­nents und den Küs­ten sowie zwi­schen dem kur­zen Som­mer und dem lan­gen Win­ter, in dem die Son­ne sich nicht am Hori­zont zeigt. An den Küs­ten lie­gen die Tem­pe­ra­tu­ren grund­sätz­lich höher und die Ant­ark­ti­sche Halb­in­sel weist das gan­ze Jahr über die rela­tiv höchs­ten Tem­pe­ra­tu­ren auf.

Bestes Reisewetter

Ant­ark­tis-Rei­sen sind so gut wie immer Som­mer­rei­sen – und zwar wenn bei uns in Euro­pa Win­ter ist (Dezem­ber — Febru­ar). Die Tem­pe­ra­tu­ren lie­gen dann im Küs­ten­be­reich nor­ma­ler­wei­se zwi­schen -5 und +5 Grad. Die Luft bleibt frisch, da Eis und Schnee die Strah­len sofort reflek­tie­ren. Die Tage wer­den aber bis zu 24 Stun­den lang und die Luft ist sehr klar. Bei gutem Wet­ter füh­len sich die Son­nen­strah­len auf der Haut fast früh­lings­haft warm an. Mit einer Aus­nah­me: Wenn Fall­win­de vom Kon­ti­nent kom­men, direkt aus der Mit­te der Eis­wüs­te. Die Tem­pe­ra­tur sinkt dann mas­siv ab und die Sicht ist durch auf­wir­beln­den Schnee stark redu­ziert. An sol­chen Tagen erkennt man, dass die Ant­ark­tis der win­digs­te Kon­ti­nent der Erde ist.

Ech­te Stür­me sind zwar im Som­mer eher sel­ten, doch Wind und Wet­ter blei­ben wie über­all in den Polar­re­gio­nen lau­nisch. Rasche Wet­ter­wech­sel sind die Regel. Auch das Eis kann mäch­ti­ger sein als moderns­te Tech­nik. Falls der Win­ter ein­mal här­ter war, der Früh­ling viel spä­ter beginnt oder der Herbst frü­her – dann ist nicht jede Anlan­dung in der Ant­ark­tis mög­lich.

Nebelbänke sind keine Seltenheit

In den Polar­ge­bie­ten gehö­ren zudem häu­fig auf­tre­ten­de Nebel­bän­ke zum Reper­toire der Natur, ganz beson­ders in der Ant­ark­ti­schen Kon­ver­genz. Dies ist eine etwa 100 Kilo­me­ter brei­te Zone, in der das käl­te­re ant­ark­ti­sche Was­ser unter das wär­me­re sub­ant­ark­ti­sche Was­ser sinkt. Wie eine Gren­ze am Hori­zont erscheint dann eine dicke Nebel­wand, die lang­sam näher kommt. Man spürt die Luft­ver­än­de­rung, hört nur noch die Rufe der beglei­ten­den See­vö­gel und fährt immer wei­ter hin­ein in eine gespens­tisch-graue Nebel­welt. Auf einem Kurs Rich­tung Süden löst sich der Nebel dann plötz­lich auf – und die ers­ten Send­bo­ten des eisi­gen Kon­ti­nents zei­gen sich: Eis­ber­ge in allen For­men und Grö­ßen.

Arktis-Wetter

Polar­nacht und ark­ti­scher Som­mer sind die bei­den Extre­me, zwi­schen denen sich das kli­ma­ti­sche Gesche­hen in der Ark­tis abspielt. Wäh­rend des Win­ters strö­men sehr kal­te, sibi­ri­sche Fest­land­luft­mas­sen mit Tem­pe­ra­tu­ren von unter -50°C in die zen­tra­le Ark­tis ein. Im Som­mer erwärmt sich die Luft in der zen­tra­len Ark­tis auch bei 24-stün­di­ger Son­nen­ein­strah­lung nur wenig über den Gefrier­punkt, wäh­rend in den Schelf- und Tund­ren­ge­bie­ten auch Tem­pe­ra­tu­ren von über 20°C erreicht wer­den kön­nen. Ark­tis-Rei­sen fin­den in aller Regel in unse­rem euro­päi­schen Som­mer statt, wenn das Wet­ter am bes­ten ist.

Wetterdaten Antarktis und Arktis live